Medien


31.05.2016

In rund 450 Arbeitsstunden 60 Meter Stoff verarbeitet

 

Blumenstein • Der Jodlerklub Edelweiss hat sich neu eingekleidet. Am 50. Bernisch-Kantonalen Jodlerfest wird der neue Mutz erstmals öffentlich getragen. Romina Winkler aus Blumenstein hat jedes Teil nach separatem Schnittmuster gefertigt.

 

Angefangen hat alles eher zufällig. Während eines Besuches eines Konzerts in Uebeschi knüpfte Romina Winkler aus Blumenstein einen ersten Kontakt zum Jodlerklub Edelweiss. Es blieb nicht bei dem einen. Die angehende Trachtenschneiderin und die Jodler kamen miteinander ins Geschäft: Nach der Präsentation von Stoffmustern und dem Unterbreiten einer Offerte durfte die junge Geschäftsfrau Anfang Jahr den Auftrag für die Herstellung von 22 Mutzen entgegennehmen. 

Jetzt wurde jedoch nichts mehr dem Zufall überlassen. Rund 60 Meter Stoff mussten extra für diesen Auftrag gewoben werden. Bereits die Einlagerung der Stoffballen im Nähatelier stellte eine erste Herausforderung dar. Für einen perfekten Sitz fertigte Romina Winkler für jeden Mutz ein separates Schnittmuster. Obschon der Arbeitsaufwand dadurch etwas grösser war, hat sich die Mühe für sie gelohnt. Die Teile konnten so exakt auf die jeweiligen künftigen Träger der Mutzen zugeschnitten werden. Das Fixieren von Klebeeinlagen war Routinearbeit. Die Reversteile wurden schliesslich in Vera’s Näh- und Wolle-Stübli aus Sigriswil gestickt.

 

Nur zufriedene Akteure

Romina Winkler war sich bald einmal bewusst, dass sie Verstärkung zur Bewältigung dieses nicht alltäglichen Auftrages braucht. Gesamthaft arbeiteten eine Heimarbeiterin, eine Aushilfe, eine Damenschneiderin und weitere Helferinnen mit. Rund 450 Arbeitsstunden wurden schliesslich gesamthaft für die Herstellung der 22 Kleidungsstücke aufgewendet. Nach dem Zusammennähen folgte im Probelokal der Jodler die erste Anprobe. Jetzt sollte sich zeigen, ob wirklich alles geklappt hat.

Am 23. Mai war es so weit. Trotz Kälte und Dauerregen war die Stimmung bei der Übergabe der neuen Tracht im Schützenhaus Blumenstein fröhlich. Nach dem Einkleiden waren ausschliesslich zufriedene Gesichter zu sehen. Stolz trugen die Männer ihren neuen Mutz. «Er ist sehr schön geworden und fühlt sich gut an», war sich die reine Männerformation einig. Präsident Christian Stucki ist des Lobes voll. «Wir hatten grosses Vertrauen in Romina Winkler. Es ist schön, konnten wir diesen Auftrag an jemandem aus dem Dorf geben.» Es folgten die ersten Singübungen im neuen Mutz, und ein gemütliches Zusammensein rundete den Abend ab.

«Mir waren eine gute Koordination und die Kontrolle der Arbeiten sehr wichtig. Ich bürge als Auftragnehmerin für eine sehr gute Qualität», so die Schneiderin, und sie fügt bei: «Während des Herstellungsprozesses zeigten die Jodler grosses Vertrauen, dass wir die Auslieferung rechtzeitig auf das Fest hin schaffen. Jetzt freue ich mich mit gros­sem Stolz auf ihren Auftritt in Steffisburg.» 

Der bald 90-jährige Jodlerklub Edelweiss wird neu eingekleidet unter der Leitung von Ursula Rüegsegger mit «Wie doch Zyt vergeit» von Kurt Mumenthaler am Gesangwettbewerb teilnehmen.

 

Rita Antenen

 

Quelle: http://www.bernerlandbote.ch/aktuell/politikgesellschaft/artikelseite-politikgesellschaft/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=81387&cHash=c5465ef974046eacdb3073e92e586dab


27.10.2015

In Tracht und mit eleganter Haartracht

Marlies Probst (vorne mit Tracht) mit Models und ihren Mitbestreiterinnen der besonderen Modeschau.

Marlies Probst (vorne mit Tracht) mit Models und ihren Mitbestreiterinnen der besonderen Modeschau.

 

Burgistein • Haarstylistin Marlies Probst überrascht immer wieder mit kreativen Eventideen. Diesmal brachte sie Traditionelles mit Modernem zusammen.

Rita Antenen

 

Die Idee, das Geschäftsjubiläum mit einer Mode- und Frisurenschau mit Traditionellem und Modernem zu begehen, sei bereits im Juni entstanden, sagt Marlies Probst. «Ich trage meine einfache Berner Festtagstracht mit grossem Stolz und mag das Bodenständige und Urchige. Trachten, Freizeitmode und dazu die passenden Frisuren empfand ich sehr bereichernd.» Die Haarstylistin konnte Eva Orsinger, diplomierte Trachtenschneiderin, vom Trachtenstübli Wattenwil und Romina Winkler, Damenschneiderin und Trachtenschneiderin in Ausbildung, von Romina’s Nähatelier Blumenstein für ihre Idee gewinnen. Jetzt war es soweit: Das Geschäft von Marlies Probst an der Hauptstrasse präsentierte sich edel geschmückt in den Firmenfarben schwarz und weiss. Unter die Gästeschar hatten sich zahlreiche Models in Berner Trachten und frischer Freizeitmode gemischt. Sowohl die gestylten Frisuren wie die genähten Kunstwerke ernteten viele anerkennende Blicke.

Für Haarstylistin Marlies Probst war jede Frisur der Models eine grosse He­rausforderung. Die Haartrachten mussten letztlich zu Typ und Garderobe passen. «Ich liebe meinen Beruf. Die Kreativität ist grenzenlos. Ein zufriedenes Gesicht einer Kundin oder eines Kunden nach dem Frisieren ist etwas Wunderschönes», sagt sie und ist mit den Resultaten ihrer Haarkunst mehr als zufrieden. 

Marlies Probst eröffnete ihr erstes Frisörgeschäft «New Style» in Wattenwil vor 20 Jahren. Nach 15 Jahren war für sie der Zeitpunkt für einen Standortwechsel gekommen. Was bot sich besser an, als die Räumlichkeiten im Elternhaus an der Hauptstrasse in Burgistein, die früher als Mühle genutzt wurden? Der nicht mehr benützte Raum wurde innert zwei Monaten zu einem schmucken, hellen Frisörgeschäft umgebaut. Seit fast fünf Jahren führt die Haarstylistin dort ein Geschäft mit dem neuen Namen «hairstyle enjoy». 

 

Aufwändige Näharbeiten

Eva Orsinger hat vor über einem Dutzend Jahre als diplomierte Trachtenschneiderin ihr eigenes Geschäft eröffnet. Ihre erste Berner Tracht, die sie genäht hat, wird in Amerika getragen. «Es war bereits zu meiner Schulzeit mein Wunsch, den Beruf der Trachtenschneiderin zu erlernen. Noch heute bin ich stets motiviert, diesen auszuüben.» Eva Orsinger nimmt eine steigende Tendenz der traditionellen Trachtenträgerinnen wahr. Je nach Tracht müsse mit einem Preis von bis zu 7000 Franken gerechnet werden. «Allein für die Näharbeiten einer Gotthelftracht benötige ich rund 42 Stunden», begründet die Trachtenschneiderin die Kosten.

 

Romina Winkler hat sich vor gut einem Jahr selbständig gemacht. Bei der Wahl der Mode für «ihre» Models hat die Damenschneiderin sehr instinktiv gehandelt. Schon im Sommer hat sie mit Nähen begonnen: «Es war eine intensive Zeit. Die ganze Kollektion und noch weitere Modelle werden am 12. November 2015 in der Brügglibar in Thun um 20 Uhr nochmals gezeigt.» 

 

http://www.bernerlandbote.ch/aktuell/vereins-geschaeftsnews/artikelseite-vereins-geschaeftsnews/?tx_ttnews%5Btt_news%5D=78245&cHash=52360640a820e8aa61bfbf7636429894